Die Schlacht bei Lauffen und das Hauptquartier Großgartach - 1534

Die „Schlacht" bei Lauffen und das Hauptquartier Großgartach - 1534

Von Otto Bögel - Schriftenreihe des Heimatvereins „Unterm Heuchelberg“ Nr. 34/1980

Hätte man früher einen Württemberger nach dem besten Herrscher in der Geschichte des Landes gefragt, so hätte er wahrscheinlich ohne Bedenken den Grafen Eberhard im Bart genannt. Schon die jüngsten Schüler sangen davon, wie er auf frommer Pilgerfahrt an Palästinas Strand kam, die Erwachsenen verkündeten im Lied, daß er sein Haupt hätte kühnlich legen können in jedes Untertanen Schoß, ohne daß ihm ein Leid geschehen wäre. Die Universität Tübingen ist nach ihm benannt. Wie so oft aber in der Geschichte der Fürstenhäuser, hatte er keinen gleichwertigen Nachfolger. Als er 1496 starb, folgte ihm auf den Thron ein Vetter, der geisteskrank war und nach 2 Jahren Regierungszeit abgesetzt werden mußte. Der nächste am Thron war nun jener blutjunge Herzog Ulrich, von dem in der Folge die Rede sein wird und von dem in der Ortschronik berichtet wird: "1504, im Kriege gegen die Pfalz, zog Herzog Ulrich von Württemberg, nachdem er Weinsberg erobert hatte, im September von Großgartach aus und nahm Gochsheim (bei Bretten)." Und 30 Jahre später:

"1534, am 12. Mai übernachtete Herzog Ulrich von Württemberg mit dem Landgrafen Philipp von Hessen in Großgartach. Sie waren mit einem Herrn von Erbach im Odenwalde über Neckarsulm marschiert, und da sie vernahmen, daß die Kaiserlichen eine feste Stellung zwischen Sontheim und Lauffen inne hatten, so benützten sie die Viehbrücke, auf welcher die Heilbronner damals noch ihr Vieh auf das linke Neckarufer getrieben haben, marschierten darüber und über Neckargartach nach Großgartach, von wo aus sie am folgenden Tag aufbrachen und die Kaiserlichen bei Lauffen schlugen, so daß Ulrich wieder von seinem Lande Besitz nehmen konnte. Noch am 12. Mai traf die Spitze der hessischen Reiterei bei dem Land; türm ("Landenbacken") zwischen Nordheim und Großgartach mit einer Abteilung des Feindes zusammen, so daß ein Gefecht sich entwickelte. So war Großgartach der erste württembergische Ort, welchen Ulrich von seinem Herzogtum wieder eroberte und während der Schlacht bei Lauffen dessen Hauptquartier."

Im Vergleich zu den übrigen Einträgen in der Ortschronik, die alle recht mager sind, ist dieser Bericht ziemlich ausführlich. Trotzdem nehme ich an, daß manche Leser doch noch etwas mehr wissen möchten. Ihnen gelten die nachfolgenden Schilderungen:

Wer war nun jener Herzog Ulrich?

Diese Frage ist auch schon deshalb berechtigt, weil er nicht in Württemberg, sondern im Jahre 1487 im Schloß Reichenweiher im Elsaß geboren wurde. Durch Heirat waren einst die Grafschaften Mömpelgard, an der Burgundischen Pforte gelegen, und die Grafschaften Reichenweiher und Horburg an Württemberg gekommen. Man konnte mit ihnen Angehörige des Fürstenhauses belehnen, so auch im vorliegenden Falle. Es war also Ulrich nicht an der Wiege gesungen worden, daß er einst den Thron besteigen werde, erst nachdem der einzige Sohn des Grafen Eberhard im Bart in jungen Jahren gestorben - der nächste Anwärter aber vermindert zurechnungsfähig war - eröffnete sich ihm die Aussicht, einst Herzog von Württemberg zu werden. Um ihn auf seine künftige hohe Stellung vorzubereiten, ließ Eberhard das Kind an seinen Hof holen und überwachte seine Ausbildung. "Eberhard, die Vorzüge gemeinschaftlicher Erziehung anerkennend, hatte eine kleine Schule adeliger Jünglinge um sich, deren Tun und Treiben er selbst beobachtete, deren Unterricht er selbst beaufsichtige, die ihm Lectionen und den Catechismus hersagen mußten, die er bei Nachlässigkeiten bedrohte, in strenger Zucht hielt, zur Wissenschaft, die er für Fürsten unentbehrlich, und zur Furcht Gottes, die er für der Weisheit Anfang hielt, aufforderte." Eberhard indes starb, ehe der Knabe 10 Jahre alt war. Über seine weitere Erziehung stritten sich die damit Beauftragten häufig, die einen glaubten, eine humanistische Bildung befürworten zu müssen, die anderen meinten, "das viele Lernen mache weibisch und abgeneigt für Reiten, Jagen und Krieg führen; zum Regieren sei-Kenntnis der Gesetze des Landes genug." Er selbst neigte sicher auch der zweiten Auffassung zu. Schon mit 16 Jahren wurde er von Kaiser Maximilian für volljährig erklärt; er schloß sich zunächst eng an diesen Kaiser an, der ihn mit seiner Nichte Sabine von Bayern verlobt hatte. Ein Jahr später rückte der junge Herzog als Verbündeter des Herzogs Albrecht von Bayern und des Kaisers Maximilian im Bayerischen Erbfolgekrieg gegen den Pfalzgrafen ins Feld.

Zuvor aber erst noch einige vorangegangene Ereignisse:

Obwohl es bei diesem Streit vor allem um den Nachlaß Herzog Georgs des Reichen von Bayern - Landshut ging, waren dabei doch sonst noch allerlei "Späne", die sich im Lauf der Jahre angesammelt hatten, zu bereinigen. Neue Unruhe war ausgebrochen, da die Pfalz dem Württemberg mit wiederholten Angriffen beunruhigenden Landfriedensstörer Hans von Massenbach Gunst und Schutz verlieh. "Dieser, genannt Teilacker, wurde wegen einer Streitigkeit mit den Markgrafen zu Baden von dem Rottweiler Hofgericht in die Acht erklärt, und bald darauf zu Steinheim an der Murr, wo er sich in den Stall neben sein Pferd hinlegte und speisen ließ, als ein Verdächtiger von Bauern auf Befehl des Schultheißen angegriffen, unter schweren Streichen niedergeworfen und auf einem Karren nach Marbach geführt." Graf Ulrich ließ ihn gegen eine Urfehde (Verzicht auf Rache für erlittene Feindschaft) wieder los. Nach Rache glühend fordert er aber von Steinheim und von Württemberg 4000 fl. (Gulden). Es kam erneut zur Fehde, er wurde wiederum in die Acht erklärt. Aber man brachte ihn nicht zur Ruhe, mit seinen Spießgesellen fand er Unterschlupf in der Pfalz und auf den festen Schlössern jenseits des Rheins. Auch der junge Götz von Berlichingen, "der zeitlich (zeitig) wollte zu einer Nessel werden", machte dabei seinen ersten Ritt auf eigene Faust mit 3 Pferden. Sie fingen elf württembergische reiche Bauern vor den Toren von Heilbronn hinweg (1500), und nahmen auch späterhin dort gefangen, was württembergisch war. Sie lebten manchmal wie Räuber (1503), wochenlang in den Hölzern; hatten aber gute Gönner und Freunde, die ihnen Käs und Brot brachten und genossen auch wieder bei guten Herren und Fürsten Unterschlupf. Immer geneckt und von dem Bunde (Städtebund) nicht gesichert, verstanden sich die Heilbronner und die von Wimpfen sogar zu einem Waffenstillstand mit dem geächteten Teilacker^ so übel dies auch Herzog Ulrich aufnahm.

In dieser gereizten Stimmung fiel also Ulrich, nachdem der Krieg erklärt war mit einer kleinen Schar im Weinsberger Tal gegen den Teilacker und seine Gesellen her, "wobei er es besonders in Löwenstein nicht an Sengen und Brennen fehlen ließ." "Das große Heer aber brach auf der nächsten Straße, die von Württemberg in die Pfalz führt, auf, um sich mit dem Heere des Landgrafen Wilhelm zu vereinigen. Zunächst einmal aber wurde der Krieg mit Verheeren der Dörfer des Klosters Maulbronn, dessen Schutzvogt der Pfalzgraf war, begonnen. Bei der Belagerung des Städtchens Bretten holte sich der Herzog allerdings eine beschämende Niederlage, "Wein und Schaf, der Fallstrick mancher Belagerer, war über sie gekommen." Im weiteren Verlauf wurden die vor allem auf sich selbst gestellten Städte Besigheim, Löwenstein (das Städtchen) Neuenstein, Weinsberg und Möckmühl genommen.

Auf dem Tag zu Heilbronn suchte man sich zu vertragen, aber einige der Ritter, vor allem Bernhard von Eberstein, der Stadt und Burg Gochsheim bei Bretten inne hatte, suchte das zu vereiteln. Gegen diesen zog Ulrich von Großgartach aus. Er bezwang Burg und Städtchen, beides wurde württembergisches Lehen. Beim Friedensschluß konnte Ulrich reichen Gewinn verbuchen: Alle Eroberungen durfte er behalten, von Bayern erhielt er dazu noch als Belohnung die Stadt Heidenheim mit "Zugehörungen". Der junge Herr konnte nun an seinen Hof zurückkehren. Allmählich aber wandte er sich vom Kaiser ab. Die Schulden wuchsen, im Volk gärte es. Der Herzog aber schritt jetzt von Gewalttat zu Gewalttat. Er erstach seinen Stallmeister Hans von Hütten, seine Gemahlin Sabine von Bayern floh aus dem Land. Aus nichtigem Anlaß eroberte er die freie Reichsstadt Reutlingen. Nun war das Maß voll, geächtet war er bereits, jetzt trat der Schwäbische Bund unter Führung der Bayernherzöge gegen Wirtemberg ins Feld. Er mußte sich zur Flucht entschließen. Der inzwischen zum Kaiser gekrönte Karl V. übergab das Land seinem Bruder, dem Erzherzog Ferdinand. Herzog Ulrich aber trat in die Dienste des französischen Königs, mit französischem Gelde kaufte er auch den Hohentwiel, um von hier aus sein Land zurückzugewinnen.

Die österreichische Zwischenregierung dauerte von 1520 bis 1534 und war nicht ohne Verdienste um das Land. Ein Versuch Ulrichs, den Bauernkrieg (1525 für seine Rückkehr zu nützen, schlug fehl.

Rückkehr Herzog Ulrichs und die "Schlacht" bei Lauffen

Während seiner Verbannung hatte er Mömpelgard, Horburg und Reichenweiher behalten können, der Reformation gegen über zeigte er sich bald aufgeschlossen. 1526 nahm ihn der tatkräftige Landgraf von Hessen auf und betrieb seine Rückführung. Er versprach sich davon eine Stärkung der evangelischen Sache. 1534 rückten beide miteinander ins Feld, das Heer war mit französischem Geld ausgerüstet worden. Zur Sicherung des großen Darlehens mußte Ulrich Mömpelgard als Pfand geben. Die Kriegsrüstungen waren natürlich auch in Stuttgart nicht unbemerkt geblieben. Es wurde eine Musterung dorthin ausgeschrieben. "Aber es fehlten zwei Anfeuerungsmittel, die Gegenwart des Landesherrn und Geld." Erzherzog Ferdinand weilte in Ungarn und war durch die Türkengefahr abgehalten in Württemberg einzugreifen. Der Ausmarsch der österreichischen Partei geschah von Stuttgart aus. Für Landgraf Philipp auf der Gegenseite, war es günstig, daß der Kaiser in Spanien weilte und dazu noch nicht überall anerkannt war. Sobald das erste französische Geld eingetroffen war, hatte Philipp seine Söldner befriedigt und Schiffbrücken, Wagen und Geschütz in beste Ordnung bringen lassen. Ende April waren Ulrich und Philipp zu den in Südhessen lagernden Truppen gestoßen. Man hoffte, für den Marsch der Heeresmasse am besten die Bergstraße benützen zu können. Der Kurfürst von der Pfalz verweigerte jedoch den Durchzug, so mußte man den beschwerlichen Weg durch den Odenwald einschlagen, es war der 6. Mai. Das Heer umfaßte etwa 20.000 Mann zu Fuß und 4.000 Reiter. "Man hatte besonders evangelisch gesinnte Hauptleute zu werben versucht, die Gemeinden belebte ohnehin diese Gesinnung. Es war das erste Heer religiös-politischer, europäisch-deutscher Opposition gegen das Haus Österreich." Der Marsch ging dann über Michelstadt, Erbach, in das Tal der Schefflenz zur Jagst und dem Neckar. Den 10. Mai stand man vor Neckarsulm.

"Auf der Ebene um die Stadt ließen die Kriegsfürsten ihre Völker sich lagern und einen Rasttag machen." Heilbronn gestattete dem Herzog - aber genauso der Gegenseite - zwar Nahrungsmittel zu kaufen, aber keinen Durchzug durch die Stadt. Als aber am Tage darauf das Heer neckaraufwärts zog, bekamen es die Heilbronner doch mit der Angst zu tun, sie fürchteten, das Heer bleibe auf der rechten Seite des Flusses. Ihre Sorge bestätigte sich nicht, an der Viehbrücke bei Neckargartach setzte man über. Diese "und noch mehr der Fluß selbst" boten den bequemsten und sichersten Übergang. Die einzelnen Teile der anfänglich mitgeführten Schiffsbrücke hatte Philipp nach Überquerung des Mains wieder zurückgeschickt. An Geschützen führte man wahrscheinlich nur Feldschlangen und Falkonete bei sich. Das größte Belagerungsgeschütz das Ulrich im Feldzug im Jahre 1504 mit dabei hatte, war die "Murfel". Sie wog 63 Ztr. und mußte von 14 starken Pferden gezogen werden. Ein Geschoß, eine Steinkugel, hatte das Gewicht von 160 Pfund. "In drei Heerhaufen näherte man sich nun dem Landgraben, der als sichtbare Landesgrenze von dem Heuchelberg zum Neckar herüberlief, und da einen Landturm (Landturmbacken, "Landenbacken") und einen Zugang für Fuhrwerke hatte, wo der Weg von Großgartach nach Nordheim geht und. einst auch ein von Heilbronn herkommender Fahrweg einmündete."

Die Gegenseite war bei Lauffen gelagert und erwartete eigentlich, daß sie den Neckar überschreiten müsse, weil der Feind von der rechten Neckarseite her angreife. Dahin, nach Lauffen, zogen nun die Hessen über die niedrigen Ausläufer des Heuchelbergs. Sie rückten in gerader Linie von ihren Plätzen aus gegen Süden, am Fuße des Heuchelbergs vor. Das wesentliche Lager aber bezeugt uns heute noch ein Flurname: Am Rand der Straße nach Kirchhausen, etwa halbwegs, heißen heute noch die dortigen Ackerfluren "Vorderes und Hinteres Hessenfeld", auch ein "Hessenbrünnele" floß bis vor 50 Jahren noch dort und um alle Zweifel zu beseitigen, schließen sich auch noch die Lanzenäcker an. Wir haben also hier den rechten Flügel vor uns, während das Zentrum mit den Geschützen auf dem Nordheimer Weg (Straße) vorrückte. Der weitere Verlauf der Schlacht vollzog sich dann ohne großes Blutvergießen. Man "scharmützelte" zuerst ein wenig, "als aber der Landgraf sah, daß jene mehrteils nur Fußvolk hatten, ließ er das grobe Geschütz herführen und in die Feinde richten." Aber auch die anderen säumten nicht mit ihrem Geschütz. "Man hat von ein Uhr mittags bis vier Uhr zusammen geschossen. Darunter hinein wurde gescharmützelt." Als es Nacht wurde, verharrten beide in ihrer Ausgangsstellung. Auf Seite des Erzherzogs war aber der Oberbefehlshaber durch einen Schuß am Bein verwundet worden. Es war der Pfalzgraf Philipp von Neuburg. Er wollte, nachdem man ihn zurückgetragen und verbunden hatte, wieder auf das Schlachtfeld zurück, wahrscheinlich ahnend, daß seine Anwesenheit und sein gutes Vorbild dort dringend nötig seien. Darin täuschte er sich nicht, denn schon in der Nacht ritten einige seiner Hauptleute nach Lauffen und durchzechten die Nacht beim Wein, noch vor Tag aber brach das ganze erzherzogliche Heer dahin auf und bezog das alte Lager. An alle Ämter des Landes aber ließ man beruhigende Meldungen abgehen. Der Landgraf, der sein Hauptquartier in Großgartach im Rathaus hatte, auch ein Herr von Erbach im Odenwald hatte sich Philipp und Ulrich angeschlossen, war auch frühe und rückte dem Feind auf dem Nordheimer Weg nach. Der Feind zog sich zurück gegen die Kirchheimer Steige, er ließ zwar noch einmal "seine Geschütze spielen", aber ein Flankenangriff von Philipps Reitern, bei denen dieser Büchsenschützen hinten aufsitzen ließ, kam nicht einmal mehr richtig zur Wirkung. Die Erzherzoglichen waren bereits in vollem Abzug, zunächst noch in guter Ordnung. Das noch rückwärtige hessische Fußvolk konnte überhaupt nicht mehr eingreifen. Trotzdem heißt es in einem Lied, vielmehr einem primitiven Gedicht, das im Anschluß an den Feldzug entstand und dass die Bänkelsänger, oft noch vor einer entsprechenden Bildkulisse, auf den Jahrmärkten und ähnlichen Gelegenheiten vorsangen:

"Man hört die Hessen krachen
neben dem Heuchelberg herein,
die Landwehr haben's genommen
da seyn die schwäbischen Reuter
das erstmal an sie kommen.".

Klingt das nicht deftig, wie da die Hessen krachen? In Württemberg, Hessen und der Schweiz jubelte man. Noch aber war das Land nicht fest in Ulrichs Hand. Zwar ergäben sich Brackenheim und Güglingen noch am Tage des Sieges, auf dem Weg nach Stuttgart begegnete man keinem Widerstand mehr, nur die Besatzung des Aspergs wollte sich nicht ergeben. Die Feste wurde belagert, der verwundete Führer des Erzherzogs Ferdinand ermunterte die Besatzung zu tapferem Ausharren. Nach einer kräftigen Beschießung erfolgte aber die Übergabe, nirgends trafen die Sieger jetzt noch auf Widerstand. Erzherzog Ferdinand aber betrieb in dieser Zeit seine Wahl zum deutschen König. Infolgedessen war er auch eher zu Zugeständnissen bereit. Ulrich erhielt sein Land als österreichisches Lehen zurück. Seine nächste große Aufgabe war die Einführung der Reformation.

Ob aber nun das kriegerische Ereignis bei Lauffen "einer halben Schlacht vergleichbar" war, wie Landgraf Philipp in einem ersten Brief schrieb, oder ob es sich, genau genommen nur um ein größeres "Scharmützel" handelte, eines ist sicher: in seinen Auswirkungen war es von beträchtlicher Bedeutung. Man braucht sich ja nur vorzustellen, das Haus Österreich wäre durch die Türkengefahr nicht verhindert gewesen, Württemberg wirkungsvoll zu verteidigen, so wäre dieses ein weiteres österreichisches Stammland geworden, angegliedert an die vorderösterreichischen Besitzungen von Bregenz, Oberschwaben am Oberrhein. Die Entwicklung der deutschen Geschichte hätte dann unter Umständen ganz anders verlaufen können.

Anmerkung:
Die über den Großgartacher Chronik-Eintrag hinausgehenden Ausführungen habe ich überwiegend dem Buch "Herzog Ulrich von Württemberg" von Stadtpfarrer Dr. Heyd, Markgröningen übernommen. Dieser hat auch zum Jahrestag der "Schlacht" bei Lauffen im Jahre 1834 noch ein kleines Jubiläumsbändchen herausgegeben, in dem auch das weiter vorn erwähnte "Lied" enthalten ist. Nur heißt es dort, die Hessen seien bei Heidelberg vorbeigekracht. Ein ganz offensichtlicher Irrtum (den ich berichtigte), denn diese Stadt hatte mit dem Lauffener Kriegsgeschehen auch nicht das Geringste zu tun. Ich freue mich aber, daß ich in diesem Fall nach 445 Jahren dem Heuchelberg wieder zu seinem Recht verhelfen konnte!
Neben ihm sind sie hereingekracht!

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